Zur Künstlerin
Kiki Kausch begann ihre berufliche Laufbahn als TV-News-Redakteurin bei ZDF und ARD - eine Schule des genauen Hinschauens, schneller Entscheidungen und präzisen Erzählens. Nach ihrem Umzug von Wien über Wiesbaden nach Berlin und einer entspannteren Familiensituation folgte eine neue kreative Drehung: weg vom bewegten Bild, hin zur Fotografie - und zur Kunst.
New York, 2005: Dort begegnete sie Karl Lagerfeld bei einem Chanel-Shooting - und porträtierte ihn spontan. Diese erste dreiteilige Arbeit wurde zum Wendepunkt. Sie wurde später in einer von Lagerfelds Ausstellungen gezeigt, woraufhin die ersten Sammler anklopften. Ein Ansporn, die Kamera nie mehr aus der Hand zu legen.
In den vergangenen zwanzig Jahren hat Kiki Kausch einen unverwechselbaren fotografischen Kosmos geschaffen - hinter den Kulissen internationaler Fashion Shows, in Serien über das Glücksgefühl Amerikas oder in ihrer ikonischen Porträtserie 3 Minutes with…, in der sie zahlreiche Hollywood-Stars in Berlin porträtierte - ohne Anfragen, ohne Agenten, ohne Assistenten. Kevin Costner, Cameron Díaz, Ben Stiller… "Sie muss nicht nach L.A. - die Stars kommen zu ihr."
Schon früh beschäftigte sich Kausch mit dem Thema Frauen in Führungspositionen und schuf Werke, die gesellschaftliche Rollenbilder neu beleuchten. In ihrer Serie A380 - Female Pilots zeigt sie unter anderem Aisha, eine arabische Pilotin mit Hijab, die während des Fluges von Paris nach Abu Dhabi beiläufig Lippenstift aufträgt - provokant, aber realistisch. Kausch spielt mit Ansichten und Vorurteilen, mit Weiblichkeit, Macht und Mut. Auch Angela Merkel stand ihr Modell.
Heute zählt Kiki Kausch zu den bekanntesten Vertreterinnen der zeitgenössischen Fine Art Photography. Ihre großformatigen Arbeiten sind international gefragt und wurden in Ausstellungen von St. Barth bis Shanghai gezeigt.